Mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung hat das Divan – Das Arabische Kulturhaus Berlin erneut seine Rolle als Plattform für internationalen Dialog und außenpolitischen Austausch unterstrichen. Im Mittelpunkt des Abends stand am 06. Juli 2026 die Vorstellung des Buches Qatar’s Mediation Legacy: A Historical and Archival Perspective sowie ein ebenso facettenreiches wie hochaktuelles Gespräch über die Rolle der Mediation in einer Welt, die von geopolitischen Spannungen, bewaffneten Konflikten und wachsender Polarisierung geprägt ist.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Bundesministerien, diplomatischen Vertretungen, den Botschaften arabischer und internationaler Staaten, den Medien sowie der Zivilgesellschaft waren der Einladung des Divan gefolgt. Ihre Präsenz verlieh der Veranstaltung einen besonderen Rahmen und unterstrich das große Interesse an den Herausforderungen moderner Diplomatie und internationaler Konfliktvermittlung.
Eröffnet wurde der Abend durch S.E. Botschafter Abdulla bin Ibrahim Al-Hamar, Botschafter des Staates Katar in der Bundesrepublik Deutschland und Vorsitzender des Beirats des Divan – Das Arabische Kulturhaus Berlin. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung des Dialogs als unverzichtbare Grundlage friedlicher internationaler Beziehungen hervor und betonte, dass nachhaltiger Frieden dort beginne, wo Menschen bereit seien, einander zuzuhören und Vertrauen aufzubauen.
Im Zentrum der Veranstaltung stand das Gespräch mit H.E. Dr. Abdulaziz bin Mohamed Al-Horr, Direktor des Diplomatischen Instituts in Doha und Autor des Buches Qatar’s Mediation Legacy: A Historical and Archival Perspective. Ausgehend von den historischen Erfahrungen Katars als Vermittler in internationalen Konflikten entwickelte sich eine ebenso differenzierte wie zukunftsorientierte Diskussion über die Voraussetzungen erfolgreicher Mediation.
Dr. Al-Horr machte deutlich, dass Diplomatie weit mehr sei als das Aushandeln politischer Vereinbarungen. Erfolgreiche Vermittlung beginne lange vor dem Verhandlungstisch – mit Vertrauen, Geduld und der Bereitschaft, auch in schwierigen Zeiten Gesprächskanäle offen zu halten.
Besonders eindrucksvoll formulierte er:
“Peace is not built by agreements alone. It is built by trust, sustained through dialogue, and strengthened by patience.”
Ein weiterer Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Abend:
“A mediator’s greatest success is often not to solve a conflict, but to ensure that dialogue never comes to an end.”
Mit großer diplomatischer Erfahrung führte Botschafter a. D. Hans-Udo Muzel durch das Gespräch. Seine präzisen Fragen und analytischen Einordnungen eröffneten einen lebendigen Dialog, der historische Erfahrungen mit den Herausforderungen gegenwärtiger Krisen verband. Dabei gelang es ihm, die zentralen Aussagen des Buches mit aktuellen Entwicklungen der internationalen Politik in Beziehung zu setzen und zugleich Raum für grundsätzliche Überlegungen über die Zukunft der Diplomatie zu schaffen.
Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Rolle kleiner Staaten in einer zunehmend multipolaren Weltordnung, nach den Voraussetzungen glaubwürdiger Vermittlung sowie nach der Bedeutung strategischer Kommunikation und institutionellen Lernens für nachhaltige Friedensprozesse. Deutlich wurde dabei, dass Mediation nicht allein als außenpolitisches Instrument verstanden werden kann, sondern als Ausdruck einer diplomatischen Kultur, die auf Respekt, Dialog und langfristigem Vertrauensaufbau beruht.
Die anschließende Diskussion mit dem Publikum spiegelte die große Aktualität des Themas wider. Vertreterinnen und Vertreter aus Diplomatie, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft brachten unterschiedliche Perspektiven ein und machten den Abend zu einem lebendigen Forum des Austauschs.
Mit dieser Veranstaltung hat das Divan – Das Arabische Kulturhaus Berlin erneut seinen Anspruch unterstrichen, Brücken zwischen Kulturen, Gesellschaften und politischen Perspektiven zu bauen. Gerade in einer Zeit zunehmender internationaler Spannungen bleibt der offene Dialog eine unverzichtbare Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis und nachhaltige Zusammenarbeit.
Unser besonderer Dank gilt H.E. Dr. Abdulaziz bin Mohamed Al-Horr für seine inspirierenden Impulse, Botschafter a. D. Hans-Udo Muzel für die ebenso kenntnisreiche wie souveräne Moderation sowie allen Gästen, die mit ihrer Teilnahme und ihren Beiträgen zu einem außergewöhnlichen Abend des Dialogs beigetragen haben.
Das Divan wird auch künftig Räume schaffen, in denen Begegnung, gegenseitiger Respekt und der offene Austausch von Ideen im Mittelpunkt stehen – in der Überzeugung, dass Diplomatie dort beginnt, wo Menschen bereit sind, miteinander zu sprechen.






















































































































