Am Donnerstag, den 12. März 2026, fand in der Staatsbibliothek zu Berlin – Unter den Linden der Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Schätze des Wissens – Arabische Handschriften im Dialog“ statt. Die Reihe ist eine Kooperation zwischen Der Divan – Das Arabische Kulturhaus und der Staatsbibliothek zu Berlin (STABI) und widmet sich arabischen Handschriften als bedeutendem Teil des globalen kulturellen Erbes. Den Anfang bildete der Vortrag von Prof. Dr. Beatrice Gründler (Freie Universität Berlin) mit dem Titel „Wenn Kopisten nicht kopieren. Die verborgenen Koautoren von Kalila und Dimna“.
Den Abend eröffneten Herr Christoph Rauch, Abteilungsleiter der Orientabteilung der STABI und S.E. Abdalla Al Hamar, Botschafter des Staates Katar und Beiratsvorsitzender des Divan, welcher eine persönliche Anekdote zu Kalila und Dimna mit dem Publikum teilte. In seiner Einleitung betonte er die zeitlose Aktualität der Fabelsammlung: Obwohl das Werk viele Jahrhunderte alt ist, werde es bis heute immer wieder neu gelesen und interpretiert. Gerade darin liege seine besondere Stärke: Jede Generation, jede Leserin und jeder Leser finde darin eigene Bedeutungen und moralische Perspektiven.
In ihrem anschließenden Vortrag widmete sich Prof. Gründler der komplexen Überlieferungsgeschichte der berühmten Fabelsammlung Kalila und Dimna und stellte dabei eine zentrale These in den Mittelpunkt: Kopisten waren nicht lediglich passive Abschreiber von Texten, sondern wirkten häufig als aktive Mitgestalter der Überlieferung.
Anhand zahlreicher Handschriftenbeispiele zeigte sie, wie sich Texte über Jahrhunderte hinweg veränderten. Abschreiber ergänzten Kommentare, ließen Passagen weg, kombinierten unterschiedliche Versionen oder fügten neue Erzählsegmente hinzu. Dadurch entstand eine fluide Texttradition, in der jede Handschrift ein eigenes Zeugnis literarischer Praxis darstellt.
Darüber hinaus stellte Prof. Gründler moderne digital-philologische Methoden vor, mit denen Variationen zwischen Handschriften sichtbar gemacht werden können. Mithilfe verschiedener Analysewerkzeuge lassen sich Textpassagen aus unterschiedlichsten Manuskripten vergleichen und ihre Veränderungen über Zeit und Raum hinweg nachvollziehen.
Die Veranstaltung begann anlässlich des Fastenmonats Ramadan mit einem gemeinsamen Iftar, der Raum für Austausch und Begegnung bot, bevor der wissenschaftliche Vortrag begann.
Mit diesem gelungenen Auftakt hat die Reihe „Schätze des Wissens – Arabische Handschriften im Dialog“ einen spannenden Einblick in die Welt arabischer Manuskriptkultur eröffnet und gezeigt, wie historische Überlieferung, moderne Forschung und kultureller Dialog miteinander verbunden werden können.
Wir freuen uns bereits auf die baldige Fortsetzung dieser Reihe bei uns im Divan.



































































