Mit dem dritten Divan Filmabend lud Der Divan – Das Arabische Kulturhaus am 06. Februar 2026 erneut zu einer Filmveranstaltung ein.
Gezeigt wurde der preisgekrönte Dokumentarfilm DIE MÖLLNER BRIEFE der Regisseurin Martina Priessner, die an diesem Abend auch als Gast anwesend war. Die Moderation übernahm Samir Nasr, Regisseur und Kurator des Divan-Filmprogramms.
Der Film setzt sich mit dem rassistisch motivierten Brandanschlag auf die Wohnhäuser zweier türkischer Familien in Mölln im Jahr 1992 auseinander und rückt die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt. Im Fokus steht İbrahim Arslan, der den Anschlag als Kind überlebte, dabei jedoch mehrere Familienmitglieder verlor. Ein zentrales Element des Films sind Solidaritätsbriefe, die nach dem Anschlag an die Stadt Mölln geschickt, den Betroffenen jedoch jahrzehntelang vorenthalten wurden. Erst nach 30 Jahren erfährt İbrahim Arslan durch einen Zufall von den Briefen.
DIE MÖLLNER BRIEFE verbindet persönliche Erinnerung und Traumata mit gesellschaftlicher Gegenwart und zeigt, wie tief rassistische Gewalt nachwirkt, wie sehr Archivarbeit in bestehende Machtstrukturen eingebunden ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Der Film wurde bei der Berlinale 2025 mit dem Panorama Publikumspreis sowie dem Amnesty-International-Filmpreis ausgezeichnet und erhielt zudem den Roman-Brodmann-Preis 2025.
Im anschließenden Artist Talk sprachen Martina Priessner und Samir Nasr über die Entstehung des Films, die Verantwortung dokumentarischen Erzählens bei sensiblen Themen sowie über Reaktionen des Publikums. Dabei wurde insbesondere die Frage diskutiert, wie filmische Arbeit Räume für Anerkennung, Zuhören und gesellschaftliche Selbstkritik öffnen kann.
Der Abend endete mit einem offenen Get-together, das den Besucher*innen Raum für Austausch, Reflexion und Gespräche bot. Auch wenn der Film die Geschichte einer türkischen Familie erzählt, spricht er Erfahrungen an, die weit über diesen konkreten Kontext hinausgehen und viele migrantische Perspektiven in Deutschland berühren.

























































